Wer ans Sterben denkt, beurteilt seine Mitmenschen strenger.

Ein interessanter Artikel in der Berliner Zeitung leistet vieleicht eine Erklärung für das jüngste Verhalten von Wolfgang Schäuble.

Dort wird offenbart, daß Menschen, die sich intensiv mit dem Tod beschäftigen, ihre Mitmenschen strenger beurteilen und außerdem liberale Vorstellungen zurückstellen.

Dort heißt es u. a.:

Abram Rosenblatt von der University of Arizona präsentierte Richtern den fiktiven Fall einer Frau, die angeblich illegal der Prostitution nachging, und bat die Juristen, eine Kaution festzulegen. Die Hälfte der Richter erinnerte der Psychologe zuvor subtil an den wartenden Tod: Die Teilnehmer sollten, versteckt zwischen vielen anderen Aufgaben, Fragen zum Thema Tod beantworten – etwa welche Gefühle der Gedanke an den Tod in ihnen weckte. Diejenigen Richter, die sich nicht mit dem Thema Tod beschäftigt hatten, entschieden sich für eine Kaution in Höhe von 50 Dollar. Die Gruppe, die zuvor an ihre Sterblichkeit erinnert worden waren, verlangte hingegen durchschnittlich 455 Dollar.

Allerdings führt die Beschäftigung mit dem Tod auch dazu, daß offenbar konservative Werte besonders wichtig wurden:

Weitere Versuche dieser Art bestätigten, dass Juroren, nachdem sie an den Tod erinnert wurden, die eigene Moral hochhalten. Strafen für medizinische Kunstfehler und Überfälle beispielsweise fielen dann höher aus. Doch es gibt Ausnahmen: Ein Täter, der einen Teilnehmer an einer Schwulendemon-stration attackiert hat, würde milder bestraft werden. Die Todesgedanken führten offenbar dazu, dass den Urteilenden konservative Werte besonders wichtig wurden und die liberale Einstellung gegenüber Homosexuellen schwand. Probanden, die nicht ans Sterben erinnert wurden, wählten dagegen besonders harte Strafen für Verbrechen an Homosexuellen.

Quelle: Berliner Zeitung

Vieleicht hat sich Wolfgang Schäuble anläßlich des Attentates auf ihn ähnlich intensiv mit dem Tod auseinandergesetzt, so daß er nun das konservative Wertesystem hochhält. Er fordert daher eine vermeintliche Sicherheit, die jedoch dazu führt, daß sich die gesamte Bevölkerung unter Generalverdacht befindet.

2 Antworten zu “Wer ans Sterben denkt, beurteilt seine Mitmenschen strenger.”

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