Zahlendreher bei Online-Überweisung kann teuer werden

Nach einer erst jetzt bekannt gewordenen Entscheidung des AG München vom 18.06.2007, AZ 222 C 5471 / 07 haftet die Empfängerbank nicht für eine Verwechselung bei der Kontonummer.

Im entschiedenen Fall überwies ein Schuldner online an seinem Gläubiger 1.800 €, gab zwar den richtigen Empfängernamen an, verwechselte jedoch bei der Kontonummer eine Zahl. Diese Kontonummer gab es tatsächlich und so wurde die Überweisung auf das falsche Konto ausgeführt. Die falsche Empfängerin verbrauchte das Geld und konnte es anschließend nicht zurückzahlen, da sie in finanziellen Nöten war.

Daher verlangte der Kläger von seiner Bank den Betrag in Höhe von 1.800 €, da diese seiner Ansicht nach einen Abgleich zwischen Empfängernamen und übermittelter Kontonummer vorzunehmen habe und es so nicht zu der Fehlüberweisung gekommen wäre.

Da sich die Bank weigerte, erhob er Klage vor dem AG München, das seine Klage jedoch abwies. Das AG ist der Meinung, daß im beleglosen Überweisungsverkehr die Empfängerbank keine Pflicht zum Abgleich zwischen Kontonummer und Emfängernamen habe.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Daher kontrollieren Sie nach einer Online-Überweisung die Kontonummer und den Emfpängernamen und stornieren Ihrer Bank gegenüber ggfs. die Überweisung. Dies kann jedoch nur bis zu dem Zeitpunkt erfolgen, an dem das Geld dem Empfängerkonto gutgeschrieben worden ist.

Nach diesem Zeitpunkt bleibt lediglich eine Klage gegen den falschen Empfänger, da dieser ungerechtfertigt bereichert ist. Zulange sollte man aber damit nicht warten. Der Empfänger könnte das Geld verbrauchen und sich damit entreichern, so daß er nichts mehr zurückzahlen muß.

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